Heilerziehungspfleger, kurz HEPs, helfen Menschen mit Beeinträchtigung dabei, ihren Alltag zu strukturieren. Und sie ermöglichen es ihnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. So vielfältig die Aufgabengebiete von HEPs sind, so begehrt sind sie auf dem Markt der pädagogischen Fachkräfte. In der Ausbildung, die berufsbegleitend ist, setzt die Stiftung Attl auf ihren Kooperationspartner, die Caritas Fachschule in Altenhohenau. Dort lernen die Studierenden alle theoretischen Grundlagen. Unterrichtsfächer wie Pädagogik, Heilpädagogik, Psychologie, Medizin und Psychiatrie, aber auch Pflege, Praxis- und Methodenlehre sowie Lebenszeit- und Lebensraumgestaltung vermitteln ein umfassendes Know-how.

Am Ende steht ein staatlich anerkannter Abschluss, der viele weitere Möglichkeiten bietet. Nicht zuletzt verhilft er zu einer Fachhochschulreife und ebnet damit den Weg zu einem fachgebundenen Studium. Den Heilerziehungspflegehelfern sichert die Ausbildung die Mittlere Reife. Voraussetzung für die Fachschule ist allerdings ein zweijähriges (bezahltes) Vorpraktikum, das man ebenfalls in den verschiedenen Bereichen der Stiftung Attl absolvieren kann. Auch ein Jahr Bundesfreiwilligendienst oder ein soziales Jahr gelten als Nachweis.

Gefragt: Kreativität und Sensibilität

Dabei legt die Stiftung Attl bei den potenziellen Bewerbern mehr Wert auf Kreativität und Sensibilität als auf die Eins in Mathe. HEPs arbeiten in Wohngruppen, in Fördergruppen sowie in verschiedenen Bereichen der Inntal-Werkstätten. Außerdem kommen sie im Förderzentrum, in der Heilpädagogischer Tagesstätte und im Integrationshort zum Einsatz. Hier sehen sich Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger einer breit gefächerten Palette an Aufgaben gegenüber. In stationären, teilstationären aber auch ambulanten Diensten unterstützen und fördern sie Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen.

Dass die Tätigkeit als HEP eine Arbeit mit Zukunft ist, zeigt der hohe Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Zwar arbeiten derzeit 172 Heilerziehungspfleger in den mehr als 70 Wohn- und Förderstättengruppen der Stiftung Attl, dazu kommen noch 41 HEP-Helfer und 41 Auszubildende in diesem Bereich. Doch die Nachfrage nach HEPs bleibt auch in den kommenden Jahren konstant hoch, betont Stiftungsvorstand Franz Hartl. „HEP ist ein Beruf mit Zukunft.“